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Ringsherum: Tanztherapie für Gesunde Von Nadine Bös
13. Januar 2003 Sie haben sich an den Händen gefasst und einen Kreis gebildet. Die Kursleiterin zählt zwei Takte voraus, und dann geht’s los - rechts herum, in der Mitte zusammen, auseinander, links herum, ringsherum.
14 Frauen, so zwischen 20 und 50, haben sich an diesem Freitagnachmittag in der Kölner Melanchthon-Akademie getroffen: Sie wollen gemeinsam tanzen - meditativ tanzen. Ein schlichter Raum mit Parkettfußboden und kahlen weißen Wänden, in der Mitte ein Blumengesteck aus rosa Herbstastern und Ahornblättern, daneben ein paar brennende Kerzen. Eine Art Insel im Alltagsstress: "Hier kommen wir zur Ruhe, schalten ab und entspannen", sagt Ursula Zednicek, die Kursleiterin. Beim Meditativen Tanzen erlebe man "gleichzeitig etwas sehr Intensives, aber auch Reduziertes". Diese Mischung mache den Reiz aus. Der Meditative Tanz besteht aus sehr einfachen Schritten, die jeder schnell erlernen kann. Vorwärts, rückwärts, halbe Drehung, Wiegeschritt - viel mehr Elemente gibt es nicht. Die Schrittfolge soll einprägsam sein, damit man die entspannende Wirkung voll erleben kann und sich nicht zu sehr auf die Choreographie konzentrieren muss.
"Beim Meditativen Tanzen erlebe man "gleichzeitig etwas sehr Intensives, aber auch Reduziertes." Vorwärts, rückwärts, halbe Drehung - wen zieht es zum Kreistanz? "Zum Meditativen Tanz treffen sich sehr unterschiedliche Menschen, auch mit ganz unterschiedlichen Motivationen", sagt Karl Hörmann, Professor für Tanz- und Musiktherapie an der Universität Münster. Auffallend sei allerdings: "Häufig sind es Frauen." Aber die sind dann "bunt gemischt" - Managerinnen, Studentinnen, Hausfrauen.
Die Managementtrainerin Sigrid Meuselbach ist eine von diesen Frauen. Sie ist an diesem Nachmittag in die Melanchthon-Akademie gekommen, weil sie "abschalten will, sich vom Beruf erholen, kreativ sein". Sie habe auch schon Yoga und andere klassische Entspannungsmethoden ausprobiert, erzählt sie. "Aber Meditativer Tanz geht noch darüber hinaus." Sich Hand in Hand mit anderen zu ruhiger Musik zu bewegen, erzeuge ein Gemeinschaftsgefühl, das bei anderen Entspannungstechniken fehle. Auch mit den Teilnehmern ihrer Management-Seminare tanze Sigrid Meuselbach deshalb seit einiger Zeit meditativ.
Oft gehören zum Meditativen Tanzen auch besinnliche Gesprächsrunden. An der Melanchthon-Akademie heißt das Thema des Tages "Erde", und die Frauen erzählen, was ihnen dazu einfällt: in der Erde wühlen bei der Gartenarbeit, auf weicher Erde laufen beim Waldspaziergang und "sich selbst erden". Zwischendurch liest Kursleiterin Zednicek ein Gedicht vor, "Stufen" von Hermann Hesse: "Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben."
Wo immer vom Meditativen Tanz die Rede ist, fällt ein Name: Bernhard Wosien. Der ehemalige Ballettmeister am Württembergischen Staatstheater und Choreograph an der Wiener Staatsoper untersuchte alte Volkstänze, vor allem aus Südosteuropa, und entwarf dann seine "heiligen" Tänze. Ab den 70er Jahren gewannen sie zuerst in der esoterischen Bewegung große Bedeutung und hielten dann Einzug auch in christliche Gemeinden, Volkshochschulen und andere Bildungseinrichtungen. Heute dient der stille Reigen vielen schlicht als Mittel zur Entspannung bei im Beruf und im Alltag. "Das kann funktionieren", sagt Tanzexperte Hörmann. "Stress bedeutet eine ständige Leistungsfokussierung. Tanzen bedeutet das genaue Gegenteil."
Für Hörmann ist der Meditative Tanz "eine Art Tanztherapie für Gesunde" und "Meditation eine Vorstufe zur Ekstase". Wenn Meditatives Tanzen funktioniere, würden bei den Tanzenden Endorphine ausgeschüttet - "sie werden aus der Alltagswelt in eine Art Phantasiewelt entführt". Ekstatisch ist es nicht zugegangen an diesem Freitagnachmittag in der Melanchthon-Akademie. Aber immerhin: Sigrid Meuselbach fühlt sich "entspannt und voller neuer Energie", rundherum gut eben.
Text: Hochschulanzeiger Nr. 64, 2003 Bildmaterial: Moni Port, Labor
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Franziskanisches Zentrum Augsburg
“ ... Bei verschiedensten Völkern der Erde haben traditionelle Tänze oft heilige Bedeutungen. Besonders der Kreistanz symbolisiert die Ganzheit des Kosmos. Tänze verbinden die Teilnehmenden zu einer Gemeinschaft und wecken ein Erlebnis der Ganzheit beim Individuum. Bestehende Polaritäten in Außen- und Innenwelt werden bewußt und können durch den Körper Ausdruck verliehen werden. Im Sacred Dance kommen diejenigen Aspekte zum lebendigen Ausdruck, welche oftmals unterdrückt werden. Im Tanz wird den Teilnehmern die Chance gegeben, Blockaden und Hemmungen körperlicher, geistiger und seelischer Art bewußt zu erleben und Gefühlen Ausdruck zu verleihen. ...”
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http://www.lexikon-definition.de/Kreistanz.html
Kreistanz - Definition, Bedeutung, Erklärung im Lexikon
Der Kreistanz ist die früheste Form des gemeinschaftlichen Gruppentanzes. Er entstand um 1100 n. Chr. als nicht-kultischer Tanz in den Dörfern Europas und drang nach und nach auch in höfische Bereiche ein. Tanzschritte und dazugehörige Melodien wurden in der Frühzeit mündlich überliefert und erst spät niedergeschrieben.
Dem Anlass des Tanzes angepasst gab reine Männertänze (etwa zur Kriegsvorbereitung) und reine Frauentänze (z. B. Fruchtbarkeitstänze). Männertänze waren und sind in der Regel schneller und komplizierter. Häufig kamen Utensilien hinzu wie Stangen, Schwerter, Bänder und Kränze.
Die Tanzfiguren waren ursprünglich einfach. Man unterscheidet Schreittänze und Sprungtänze.
Im Norden und Westen Europas wurde der Reigen im 19. Jahrhundert durch den Paartanz (Schottisch, Polka, Walzer) verdrängt. Bei Hofe setzte die Abkehr von den Gruppentänzen schon viel früher ein.
Der Kreistanz hat in Südosteuropa bis in die heutige Zeit überlebt. Hier wird traditionell noch die Hora (Bulgarien) der Kolo (Serbien) oder der Sirba (Rumänien) getanzt.
In den 80-er Jahren hat der Volkstanz und speziell der Kreistanz bei uns eine Wiederbelebung erfahren. Getragen von einem Gefühl der Zusammengehörigkeit wurden und werden verstärkt internationale Tänze (vor allem aus dem Balkan) getanzt.
Eine ganz andere Richtung hat sich seitdem parallel zu den Folkloretänzen entwickelt: der so genannte Sacred-Dance, der auch als sakraler oder meditiativer Tanz bezeichnet wird. Als Grundlage dienen einfache Kreistänze. Im Gegensatz zur extrovertierten Folklore kommt es beim Sacred-Dance eher auf Besinnung und Meditation an. Der sakrale Tanz findet zunehmende Verbreitung in spirituellen und kirchlichen Gruppen und wird auch im pädagogischen und therapeutischen Bereich angewendet.
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